Sport mit Flüchtlingen - Sextett des BSV ausgezeichnet!

Niemand, der täglich die Nachrichten sieht und hört, kam in den vergangenen Jahren und auch immer noch nicht an den Schlagzeilen vorbei, die sich mit den Schicksalen der Flüchtenden aus den Krisenregionen der Welt befassen. Die Flucht nach Europa und für viele nach Deutschland bedeutet oftmals die sichere Rettung von Hunger, Verfolgung und Tod. In Deutschland angekommen beginnt für die Flüchtlinge dann ein neuer Abschnitt der Flucht, das Warten auf Anerkennung ihres Flüchtlingsstatus und im Asylverfahren. Der Sport in Ostbevern und im BSV hat auf sehr unkompliziertem Weg zusammen mit der Gemeinde und vielen anderen dafür gesorgt, dass die Kommune und ihre Bürger der Verpflichtung zur Unterbringung der Menschen, die Ostbevern zugeteilt wurden, nachkommen kann. Beschäftigungsverbote und mangelnde Möglichkeiten auch aufgrund von Sprachbarrieren an den Angeboten der Gesellschaft im Dorf teilzunehmen lassen wenig Raum, die Langeweile des Tages in den Flüchtlingsunterkünften zu beseitigen. Viele Initiativen und Privatpersonen im Beverdorf setzen sich seit geraumer Zeit dafür ein, durch Sprachkurse, Aktionen und Initiativen den in Ostbevern gestrandeten einen Neustart zu ermöglichen und Integration zu leben. Allen verdient höchster Respekt und Anerkennung!

Wenn wir an den BSVler des Jahres denken, und die Gelegenheit nutzen, einen besonderen Blick für den Sport zu riskieren, dann kommen wir an einer Initiative nicht vorbei. Auch wenn wir gar nicht sicher sind, ob es nun dem BSV, der Kirchengemeinde der Gruppe W(I)HR oder wie auch immer zuzuordnen ist. Wenn wir die Akteure selber fragen würden, wäre es ihnen vermutlich egal, in eine Schublade gepackt zu werden. Sie üben ihr Engagement aus fester Überzeugung zur Hilfe für die Flüchtlinge aus.

Ob es nun daran liegt, dass sie allesamt das Rentenalter erreicht haben, dass sie selber über viele Jahre aktiv gegen den Ball getreten haben oder dass sie nach wie vor dem Fußball seine besten Seiten auch beim Zuschauen abgewinnen können, dass wissen wir nicht. Wir wissen: Es ist eine feste Gemeinschaft entstanden, die sich Freitag für Freitag im Beverstadion trifft, die sich bei allem Mix der Nationen gefunden hat und auch Sprachbarrieren überwindet. Da wird auch schon mal mit Händen und Füßen gestikuliert. Freundschaftsspiele werden organisiert, an Turnieren teilgenommen und nun für den 17. Juni im Beverstadion ein eigenes Turnier vorbereitet. Aber auch die persönlichen Schicksale sind nicht gleichgültig und so interessiert auch immer der Mensch hinter dem Trikot.

In alphabetischer Reihenfolge: Alfons Brune, Hubert Harmann, Clemens Kerkhoff, Egon Krampe, Albert Pries und Friedel Störmann leisten ganze Arbeit und sind bestes Beispiel für gelebte Integration. Wir freuen uns ganz besonders, das Quartett als BSVler des Jahres 2017 auszeichnen zu dürfen!